Fassaden mit rhythmischen Gliederungen

Den Begriff Rhythmus kennt man aus verschieden Bereichen des Lebens, wie beispielsweise aus der Musik, dem Tanzen oder der Sprache. Aber was ist jetzt der Rhythmus in der Architektur? Zu diesem sogar sehr weitreichenden Thema folgen hier ein paar erste Betrachtungen.

Verschiedene Beispiele für eine rhythmische Gestaltung

Bei dieser doch recht bunten Zusammenstellung lassen sich verschiedene Aspekte zum Rhythmus erkennen. Die ersten drei Objekte sind aus Italien und die letzteren sind interessante Beispiele aus Ägypten und Malta.

007-bologna-arkaden-bogen
© Bianca, www.littlediscoveries.net Arkaden in Bologna
007-venezia-architettura-vecchia
© Cyrill Bachmann Venedig
001-fassade-rhythmische-gliederung
Wohnhaus in Lundo, Norditalien
008-rhythmische-fassaden-gliederung-agyptem
Gebäude in Kairo, Ägypten
fassade-gliederung-agypten-architektur
Fassadengliederung Ägypten
012-facciata-ritmica-malta
Gebäude auf Malta

Um diese rhythmischen Gliederungen in den älteren, wie auch neueren Bauten zu erkennen, sind nachfolgend zwei Aspekte genauer dargestellt: die Gesamtharmonie und der bewegte Ausdruck.

Gliederungen mit gleichen Formen und Bögen

Die rhythmischen Gestaltungen kennzeichnen sich dadurch, dass die einzelnen Elemente gut auf einander abgestimmt sind und sich ein logisches Gesamtbild ergibt. Mehrere in Zusammenhang gebrachte Formen ergänzen sich zu einer stimmigen Gesamtkomposition.

Der zweite Aspekt ist, dass ein bewegter Gesamteindruck entsteht. Es wirkt nicht starr und monoton, sondern bewegt und interessant.

Das folgende Foto zeigt besonders, wie durch Wiederholungen die Wirkung von einer Bewegung entstehen kann. Es ist eine Bewegung, die in die Weite führt.

007-bologna-arkaden-bogen
© Bianca, www.littlediscoveries.net Bögen führen immer weiter

Die Bogenformen der Arkaden verbinden die einzelnen Elemente und führen immer zu einem nächsten weiter. So bewegt sich auch der Blick des Betrachters entlang der Formen in die Weite.

Variationen in Form, Grösse und Anordnung

Ein schönes Beispiel sind die Fassaden von Venedig, bei denen der bewegte Eindruck durch die Variationen entsteht. Über die Stockwerke verändern sich die Form und Höhe der Fenster deutlich und bei der horizontalen Gliederung wird die Mitte durch die vierer Einheit betont.

Auffallend ist die Symmetrie im Gesamtbild, die auch bei dem neueren Wohnhaus berücksichtigt wurde. Dort ist die rhythmische Gliederung im Wechsel der Materialien und mit den bis zum Boden reichenden Fenstern sichtbar.

007-venezia-architettura-vecchia
© Cyrill Bachmann Variationen Venedig
007-venezia-facade-rhythmic-design
© Cyrill Bachmann betonte Mitte
007-venedig-fassade-fenster
© Cyrill Bachmann symmetrisches Gesamtbild
lundo-fassade-haus-gliederung-larche
symmetrisch gegliederte Fassade
001-fassadengestaltung-vertikal
Materialwechsel Putz und Holz
001-wood-house-konstruktion
neueres Wohnhaus in Italien
008-rhythmische-fassaden-gliederung-agyptem
verschiedene Elemente fügen sich harmonisch zusammen
008-agypten-kairo-hochhaus-architektur
stufenweise Veränderungen
008-rhythmic-architecture-egypt
Variationen Gebäude in Kairo
012-fassaden-gestaltung-segment-bogen
Bogenformen an einer Fassade auf Malta
012-balkon-geschwungenes-gelander
geschwungene Details am Balkongeländer
012-rhythmic-facade-structure-malta
Variationen bei einem Gebäude auf Malta

Interessant sind weiterführend die ägyptischen Hochhäuser mit den vielen und oftmals sogar verspielten Variationen. Diese Fassaden in Kairo zeigen, wie sich die einzelnen Elemente mit bewegtem Wechsel in der Anordnung und abgestuften Formveränderungen zu einer ansprechenden Einheit zusammenfügen.

Rhythmische Formen wecken Interesse

Diese ersten Betrachtungen machen neugierig weitere Objekte genauer anzuschauen. Solche rhythmischen Gestaltungselemente sind jedenfalls sehr wertvoll, denn wenn auf die Proportionen und Gesamtharmonie geachtet wird, entsteht ein Ergebnis, das Interesse wecken kann und zum Verweilen und genaueren Betrachten einlädt.

Wer schreibt hier?

autor-michael

Michael Müller

Ich bin Schreinermeister und Baubiologe, führe einen kleinen Handwerksbetrieb und biete Praktika zum künstlerischen Innenausbau an. Durch die Forschungen von Heinz Grill, wie in der Innenarchitektur der aufnehmende und gleichzeitig auch weite Charakter gefördert werden kann, bin ich vor einigen Jahren auf die kreativen Möglichkeiten im Handwerk aufmerksam geworden. Seitdem beschäftige ich mich mit unterschiedlichen Baustilen und mit der Frage: Wie verschiedene Formen und Farben auf den Menschen wirken? Diese künstlerischen Bauideen erweitern nun beständig meine bisherige handwerkliche Fachkunde und inspirieren mich dazu, mehr Kunst in den Alltag zu integrieren.

https://d-michael.com/

Schreibe einen Kommentar